Berlin ist eine Fahrradstadt

Fahrradstadt – das ist ein Wort, bei dem man meist an Kopenhagen oder Amsterdam denkt. Immer häufiger ist auch die Rede von der Fahrradstadt Berlin. Dann folgt meist eine lange Aufzählung, warum Berlin weit entfernt davon ist, eine Fahrradstadt zu sein.

Wer uns kennt, weiß, dass wir uns seit Jahren mit vielen dieser Punkte beschäftigen. Zum Beispiel durch unser Urbanist Magazin, das wir vor der Gründung von ZIMMER, unserer Marke für schicke Fahrradtaschen, sehr regelmäßig mit Inhalten gefüllt haben (und irgendwann auch wieder mehr machen möchten). Wir finden, es ist noch vieles ziemlich im Argen, was die Fahrradinfrastruktur in Berlin angeht. Vielerorts gibt es keine Fahrradwege oder Markierungen auf der Straße. An Ampeln sind die Situationen oft sehr unübersichtlich und riskant. An Hauptstraßen werden Fahrradwege mit der Begründung abgelehnt, es gebe dort zu viele Autos. Und bei neuen Infrastrukturprojekten werden Radfahrer regelmäßig vergessen.

Das alles nervt uns ungemein und zum Glück gibt es mittlerweile eine breite Bewegung, die das ändern möchte, wie man etwa am Volksentscheid Fahrrad sehen kann.

Aber bei aller Kritik darf man nicht übersehen, dass Berlin längst eine Fahrradstadt IST. Es gibt wohl kaum eine andere Stadt auf der Welt, auf der jeden Tag so viele Radfahrer unterwegs sind. Die Verkehrswende ist längst da, auch wenn man das noch nicht überall verstanden hat.

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Straße der Pariser Kommune/Rüdersdorfer Straße in Berlin-Friedrichshain
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Jannowitzbrücke in Berlin-Mitte

Die Verkehrswende ist längst da

So richtig klar wurde mir das erst, als ich vor ein paar Monaten umgezogen bin. Ich wohne nun in Kreuzberg. Von dort aus fahre ich täglich zu unserem Laden nach Friedrichshain. Jeden Morgen bin ich überwältigt, wie viele Radfahrer mir entgegenkommen. Es gibt regelrecht Hauptverkehrsachsen für Radfahrer, die abseits der Hauptstraßen liegen. Eine dieser benutze ich täglich. Ich fahre meist gegen den Pendlerstrom der Radfahrer, die morgens von Friedrichshain und Kreuzberg in Richtung Berlin Mitte unterwegs sind und abends wieder zurück fahren. Diese Hauptverkehrsachsen für Radfahrer könnte man leicht übersehen, wenn man nur auf den eigentlichen Hauptstraßen unterwegs ist, zum Beispiel mit dem Auto.
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Neue Roßstraße/Alte Jakobstraße in Berlin-Mitte
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Alexanderplatz

Daher habe ich in letzter Zeit ein paar mal angehalten, um die Radfahrer zu fotografieren und zu filmen. Oft glaubt man es nämlich nicht, wenn man nur einfach sagt, Berlin sei eine Fahrradstadt. Und man kann sich kaum vorstellen, was über 25 % Radverkehrsanteil an allen Wegen in vielen innerstädtischen Stadtteilen eigentlich bedeutet. Bilder sind da manchmal aussagekräftiger.

Und nun stelle man sich vor, was passieren würde, wenn es auch noch überall tolle Radwege gäbe…Die Arbeit des Volksentscheid Fahrrad und der vielen Stadtteilgruppen wird sich hoffentlich bald auszahlen.

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Alexanderstraße/Holzmarktstraße in Berlin-Mitte

Wer will, darf gerne einmal die Verkehrsteilnehmer zählen (bitte per Mail an mail@zimmer-taschen.de weitersagen)

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